Interview mit Johannes Hähnlein

Gründung auf die Agenda bringen: Ein Interview mit Johannes Hähnlein, Projektkoordinator des Verbundprojekts „Existency.

Herr Hähnlein, die Hochschule Ansbach ist zusammen mit der Friedrich-Alexander-Universität (FAU) und der Technischen Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm (THN) das Verbundprojekt „Existency“ eingegangen. Was hat es damit auf sich?

Im Verbundprojekt „Existency“ wollen wir gemeinsam in Mittelfranken ein Gründungsnetzwerk und eine Start-Up-Kultur aufbauen. Wir wollen den Unternehmergeist wecken und allen Hochschulangehörigen die Struktur und das Rüstzeug an die Hand geben, sodass sie ihre Ideen in Unternehmensgründungen umsetzen können.

Der Begriff Verbundprojekt impliziert schon ein Zusammenwirken mehrerer Partner. Wie sehen die übergeordneten Strukturen aus?

Die FAU, die THN und wir sind die drei Hauptakteure. In unserem schlagkräftigen Gründungscluster sind aber viele weitere Transfereinrichtungen und Inkubatoren beteiligt, die ihre Gründungskompetenz mit einbringen. Hier bei uns werden wir das Media Lab Bayern oder auch das neue AN_KIT sowie künftig das digitale Gründerzentrum der Stadt Ansbach verstärkt in unsere Aktivitäten einbinden. Uns alle eint der Wunsch, dass das Thema Gründung an Relevanz gewinnen soll. So sehr, dass es für viele Studierende eine relevante Option für deren Berufsweg darstellt.

Mit welchen konkreten Inhalten soll das Gründen gefördert werden?

„Existency“ bietet ein breites Portfolio und profitiert von den Kompetenzen der beteiligten Hochschulen. Von der direkten Gründungsberatung, Coaching und Workshops zum Thema Gründung, speziellen Gründungs- und Netzwerkveranstaltungen bis hin zu Kontaktvermittlung bilden wir alles Relevante ab. Wir stellen gründungsinteressierten Studierenden gerne auch Mentor*innen zur Seite. Das können gründungserpobte Absolvent*innen sein, aber auch fachkompetente Professor*innen.

Welchen Ansatz verfolgen Sie, das Projekt betreffend, innerhalb der Hochschule Ansbach?

Unser Ziel ist es, das Thema Gründung und Start-Up fest auf dem Radar zu bringen. In der Lehre soll es eigene Module geben, es sollen neue Veranstaltungskonzepte ins Leben gerufen werden, aber auch Bestehendes Gründungsinteressierten zugänglich gemacht werden. Die Konzeptionierung dafür läuft momentan. Wir denken, dass wir
an der Hochschule Ansbach schon sehr praxisnah lehren. Zudem sind wir interdisziplinär und fakultätsübergreifend gut vernetzt. Das sind optimale Voraussetzungen,
um eine Gründungsstruktur aufzubauen. Wir möchten zukünftig Barrieren abbauen, vor welchen gründungsinteressierte Student*innen aktuell noch zurückschrecken.

Sind denn trotz Corona schon konkrete Veranstaltungen angelaufen?

Ja, im Verbundprojekt konnten wir in der Tat trotz der Umstände erfolgreich erste Maßnahmen umsetzen! Hier sind beispielsweise das Franken Finance Festival oder die Reality-Bites Building Box zu nennen. Bei letzterem konnten Teams mit einer Gründungsidee an einer mehrmonatigen Workshopreihe teilnehmen und ihre Ideen sowie ihr Geschäftskonzept konkretisieren und ihren Markteintritt vorbereiten.

Nach dem ersten Schritt folgt bekanntlich der zweite und dritte. Was ist geplant?

Wir hatten noch keinen übergeordneten „Existency“-Launch und auch an der Hochschule soll das Thema zeitnah kommuniziert werden. Eine große Rolle spielt hierbei das Team des Pixel Campus, welches nicht nur eine eigene Markenwelt geschaffen hat, sondern auch unseren Auftritt in den digitalen Medien vorbereitet und umsetzen wird.

In den nächsten Jahren haben sich dann aus der Hochschule Ansbach heraus pro Jahr eine Handvoll Start-Ups gegründet, die sich wirtschaftlich tragen. Ist das Ihre Vision?

Unsere Ziele lassen sich nicht ausschließlich an der Quantifizierung messen. Die Projektleiterin an der Hochschule Ansbach, Prof. Dr. Carolin Durst, und ich möchten durch gezielte Maßnahmen Unternehmungsgründung und Start-Up auf die Agenda der Hochschule Ansbach bringen und in den Köpfen der Studierenden verankern. Wenn uns dann tatsächlich erfolgreiche Ausgründungen gelingen, haben wir Schritt für Schritt gute Arbeit geleistet.

EXISTENCY – Gründen. Können. Mit Expertise.
Die Gründungsberatung sucht eine Wissenschaftliche Hilfskraft (w/m/d)

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Existency ausgezeichnet

Im Dezember 2019 wurden im Berliner Futurium die Hochschule Ansbach und ihre Partner, die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) und die Technische Hochschule (TH) Nürnberg, als Preisträger im Wettbewerb EXIST-Potentiale durch das Bundeswirtschaftsministerium ausgezeichnet. Mit ihrem Konzept „Existency“ überzeugten die fränkischen Hochschulen im bundesweiten Wettbewerb in der Kategorie „Regional vernetzen“.

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